EGMONT SCHAEFER NACHLASS

Egmont Schaefer (1908-2004) hinterließ ein zeichnerisches Lebenswerk, dessen Entstehung sich durch etwa 75 Jahre zieht und von vielen Berliner Künstlerkollegen seit langem geschätzt wird. Das exemplarische Künstlerschicksal Schaefers ist in besonderer Weise vom historischen Kontext bestimmt worden. Schaefer hatte eine Frühbegabung für das Zeichnen und blieb dabei, sich künstlerisch fast ausschließlich in der Zeichnung auszudrücken. Wie von Schaefer testamentarisch verfügt, verwaltet der Berliner Kabinett e.V. dessen künstlerischen und schriftlichen Nachlass. Es handelt sich um ein künstlerisch und historisch bedeutungsvolles Konvolut von mehr als 4000 Zeichnungen, Graphik, Aquarellen sowie Schriftgut.

Durch den Berliner Kabinett e.V. veranlasst wurde Egmont Schaefer 2008 aus Anlass seines 100. Geburtstages mit einer mehrteiligen umfassenden Werkschau gewürdigt: in der Berlinischen Galerie, in der Galerie parterre in Berlin-Pankow, in der Galerie im Rathaus Lichtenberg und in der Galerie der Moderne Berlin. Begleitend zu den Ausstellungen erschien eine Publikation im Umfang von 128 Seiten, ca. 100 Abbildungen und Textbeiträgen von Jens Semrau, Gudrun Schmidt, Anita Kühnel, Frank Diersch, Karsten Bartels, Wolfgang Leber, Katharina Köpping, herausgegeben von Jens Semrau im Auftrag des Berliner Kabinett e.V. im MCM Art Verlag. Die Publikation wurde durch die Kulturämter Pankow und Lichtenberg von Berlin, die Ernst-Schroeder-Gesellschaft und die Galerie der Moderne Berlin gefördert.

Die Bewahrung, Aufarbeitung und das Bemühen um Publizität für das Werk Egmont Schaefers bleibt weiterhin Anliegen des Berliner Kabinett e.V., wie es dessen Satzung als einen der Vereinszwecke bestimmt. Die Kooperation mit dem Bezirksamt Pankow von Berlin ermöglicht dem Verein die Unterbringung des Nachlasses. Aus einer Erbschaft für gemeinnützige Zwecke bewilligte das Bezirksamt Pankow 2009 überdies Mittel für die Restaurierung von Schaefer-Zeichnungen und Materialeinkäufe des Vereins zur Sicherung des Nachlasses.

Im Sinne der Bemühung um eine öffentliche Wirksamkeit Schaefers wurden 2009 dem Kupferstichkabinett sowie der Sammlung Graphikdesign der Kunstbibliothek der Stiftung Preußischer Kulturbesitz insgesamt 22 Zeichnungen (10 und 12 Blätter) Schaefers als Schenkung übergeben und dadurch öffentlich zugänglich gemacht. Zeichnungen Schaefers sollen auch zukünftig in Ausstellungen gezeigt werden. Der Egmont-Schaefer-Preis für Zeichnung beabsichtigt neben der Würdigung des jeweiligen Preisträgers immer auch, an den Namensgeber zu erinnern.